Berliner Zeitung (08/13/2000)


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Alliiertes Kontrollhaus steht wieder

Erinnerung an den Bau der Mauer vor 39 Jahren

von Claudia Fuchs

USMVC Berlin, links im Bild neben der neuerrichteten Barracke Zur Erinnerung an die innerdeutsche grenze steht seit Sonntag wieder eine Kontroll-Baracke am Checkpoint Charlie. Damit soll an die 28 Jahre dauernde Teilung Berlins erinnert werden. Die letzte Baracke war 1990 entfernt worden. 

 

Foto:Mittenzwei

Elf Jahre nach dem Fall der Mauer steht am einstigen Grenzübergang Checkpoint Charlie wieder eine Grenzkontroll-Baracke. Der originalgetreue Nachbau des alliierten Kontrollhauses auf dem Mittelstreifen der Friedrichstraße wurde am Sonntag, dem 39. Jahrestag des Mauerbaus, enthüllt. 

200 000 Mark kostete der Nachbau, der von der "Arbeitsgemeinschaft 13. August" initiiert und durch Spenden finanziert wurde. An der Enthüllung nahmen unter anderen Tino Schwierzina, der letzte Oberbürgermeister Ost-Berlins, und die frühere Senatorin Ingrid Stahmer (beide SPD) teil sowie Vertreter der russischen, englischen und amerikanischen Botschaften.

Die erste Kontrollbaracke am Checkpoint Charlie war am 22. September 1961 errichtet worden. Einen Monat später standen sich dort amerikanische und russische Panzer gegenüber. Das Kontrollhäuschen wurde nach dem Fall der Mauer im Juni 1990 im Beisein der vier Außenminister der ehemaligen Alliierten sowie Vertretern der beiden deutschen Staaten abgebaut.

"Eine Fehlentscheidung", wie Alexandra Hildebrandt vom Mauermuseum sagt. Dennoch versucht sie eine Erklärung: "Nach dem Mauerfall herrschte eine so große Euphorie, dass die Leute nichts mehr sehen wollten von der Teilung. Und jetzt finden sie es schade, dass nichts zu sehen ist." Um das zu ändern, startete das Museum bereits 1993 die Initiative "Rettet historischen Boden am Checkpoint Charlie. Seit 1998 steht deshalb das Schild "You are leaving the american sektor" wieder am Checkpoint Charlie.

Der Wiederaufbau des Grenzkontroll-Häuschens brachte jedoch einige Schwierigkeiten mit sich, da die alten Konstruktionszeichnungen verschwunden waren. So musste die ursprüngliche Größe anhand von alten Fotos ermittelt werden. Nicht originalgetreu sind lediglich die Sandsäcke vor der Baracke: Um Souvenirjäger nicht zu locken, sind sie nicht mit Sand, sondern mit Beton gefüllt. 

Mit einer Kranzniederlegung gedachte der Senat am Sonntag auch des Maueropfers Peter Fechter. Zahlreiche Landespolitiker, darunter der Chef der Senatskanzlei, Volker Kähne, erinnerten damit an den Bau der Berliner Mauer am 13. August. Fechter war am 17. August 1962 an der Grenze zu Kreuzberg angeschossen worden und im Todesstreifen verblutet. Nach Recherchen der "Arbeitsgemeinschaft 13. August" sind von 1948 bis 1989 insgesamt 957 Menschen an der deutsch-deutschen Grenze umgekommen. (cls., mit dpa)

 


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