ZITTY - Stadtmagazin (08/1998)


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Ein Keller voll Amerika

Privates Luftbrückenmuseum

von Heike Gläser

Susanne Heyn in origin. WAC-Uniform

GANZE KERLE IN US-ARMY-OUTFIT stehen im Keller des Ehepaares Heyn: uniformierte Schaufensterpuppen, umgeben von Minen- such- und Funkgeräten. Stahlhelme, Feldflaschen und Unterwäsche sind fein säuberlich in Regalen aufgereiht, in Glasvitrinen lagern angegilbte Toilettenpapierrationen, Lucky Strikes, Zahnpulver, 50 Jahre alte Original-Kondome und Kaugummis. 

  Ihr privates Luftbrückenmuseum haben sich Frank und Susanne Heyn (links im Bild) in über zwölf Jahren aufgebaut. Sie ziehen über Trödelmärkte, gehen auf internationale Sammlertreffen und inserieren in Zeitungen - alles, um Care-Pakete, Maccaroni, Trocken- kohl, Milch- und Eipulverdosen in ihrer Wohnung zu stapeln.

 

 

Es begann mit Frank Heyns Faible für Militärfahrzeuge.  Noch ohne Führerschein und während seiner Lehre zum LKW-Mechaniker kaufte er seinen ersten amerikanischen Jeep und danach alles, was an US-Militärausrüstung aus den vierziger und fünfziger Jahren aufzutreiben war.  Gattin Susanne, Bürokauffrau, wurde bei ihrer ersten Jeepfahrt vor acht Jahren von seiner Leidenschaft angesteckt.  Sie bedauert es, in der Schule so wenig über Berlin in der Nachkriegszeit erfahren zu haben, und will deshalb diesen Teil der Geschichte lebendig erhalten und anschaulich weitergeben". 

Im Jubiläumsjahr der Luftbrücke sind die Heyns besonders begehrt: Sie werfen sich selbst in die Uniformen, beladen einen ihrer LKWs mit Care-Paketen und treten in Schulen und bei Veranstaltungen auf.  Außerdem verleihen sie ihr Equipment an Museen.  Dabei sammeln sie munter weiter und zahlen für eine Original-Stange Lucky Strikes schon mal einen vierstelligen Betrag.  Was noch fehlt, ist eine Original-Dose Chesterkäse.

 


U.S.Military Vehicle Collector - Berlin c/o Susanne & Frank Heyn, Phone: 030/ 742 29 54 (GERMANY)